HEYHO GmbH

Die Biomüsli-Manufaktur HEYHO! schafft einen guten Start in den Tag für alle. Leider ist der nicht selbstverständlich. Viele Menschen werden aufgrund Ihrer Lebensgeschichte ausgegrenzt und stigmatisiert. Dagegen setzt die junge Müsli-Rösterei ein Zeichen und schafft echte Perspektiven und Teilhabe für alle. Bei HEYHO! finden Menschen einen Platz, die keine Chancen haben eine Anstellung im ersten Arbeitsmarkt zu finden. HEYHO! ist offen für alle: egal ob ehemals Inhaftierte, Menschen mit früheren Suchterkrankungen oder psychisch erkrankte Menschen. Es ist egal, welche Hürden der Lebenslauf aufzeigt, die andere als Ausschlusskriterium sehen. Wo andere die Türen zuschlagen, macht HEYHO! sie auf. Inzwischen schaffte HEYHO! schon für mehr als ein Drittel des Teams neue Perspektiven, Sinn und Strukturen, wo es zuvor keine gab. Das soll so weitergehen. Dazu hat sich die Unternehmung im Gesellschaftsvertrag verpflichtet. Lohn bekommt in der sozialen Rösterei, unabhängig von der Leistung, jeder denselben. Der liegt übrigens deutlich über dem Mindestlohn. Denn von seiner Arbeit sollte man leben können. HEYHO! verändert Dinge zum Guten und möchte andere Unternehmungen inspirieren, es ihnen gleich zu tun. In Ihrem positiven Wahnsinn erleben sie jeden Tag aufs Neue, dass Vertrauen und Wertschätzung alle Vorurteile schlagen.

HEYHO! verkauft mehr als nur wahnsinnig gutes Müsli. Sie packen eine gesellschaftliche Schieflage positiv an und ermöglichen fair entlohnte Teilhabe für Menschen, die sonst niemand einstellt. Dabei erzählt HEYHO! Geschichten positiver Veränderung und beweist, dass soziales Unternehmertum eine Menge Spaß machen kann und dabei noch fantastisch schmeckt. Dies ist Beweis und uneigennütziges Ziel: es funktioniert, verändert die Gesellschaft positiv und soll auch andere UnternehmerInnen inspirieren, denn HEYHO! wünscht sich möglichst viele Nachahmer. So bunt wie das 20-köpfige Team in der Lüneburger Rösterei ist, so vielfältig sind auch ihre veganen Frühstückskreationen wie z.B. Saltcity Original mit karamellisierten Cashews, Mandeln und Haselnüssen, verfeinert mit Lüneburger Salz oder Peanut Power to the People mit Erdnüssen, Salz und Hafer geröstet in Erdnussbutter. Die herausragenden Bio-Rohstoffe beziehen sie dabei von sozial und ökologisch denkenden Betrieben aus der Region. 


Interview mit Gründer Christian Schmidt

LI Food: Worin lag Ihre Motivation zu gründen?

Schmidt: Timm Duffner und ich (Christian Schmidt) haben uns bei der Eisrcreme-Firma Ben & Jerry´s kennengelernt. Mit einer Leidenschaft für herausragende Lebensmittel und Spaß an kreativem Marketing haben wir an ersten Konzepten getüftelt für die Idee "der gute Start in den Tag - für alle". Was wir vor allem aus unserer Erfahrung bei dem US-Unternehmen mitnahmen, war die soziale Verantwortung, die bei der Marke Ben & Jerry´s fest verankert ist. Inspiriert von einer US-Bäckerei (Greyston Bakery), die mit ehemaligen Gefängnisinsassen Brownies für Ben & Jerry's produziert, entwickelte sich unsere Grundidee, neben herausragenden Lebensmitteln auch direkt Perspektiven für Menschen zu produzieren, die vom ersten Arbeitsmarkt ausgeschlossen sind. Als wir durch einen guten Zufall Stefan Buchholz kennenlernten, war unser Gründungsteam für die Müsli-Manufaktur, die uns vorschwebte, perfekt. Stefan hatte zu diesem Zeitpunkt rund 20 Jahre lang eine Einrichtung für Wohnungslose geleitet und viel Erfahrung in der Arbeit mit Menschen, die noch nie eine richtige Chance hatten, aber eine Menge Potential mitbringen. Wir stellen keine Menschen ein um Hafer zu rösten, wir rösten Hafer um Menschen einzustellen.

LI Food: Wie setzen Sie Nachhaltigkeit in Ihrem Unternehmen um?

Schmidt: Nachhaltigkeit ist der Kern all unseres Handelns. Wir produzieren herausragende Lebensmittel, die aus ökologischer Landwirtschaft stammen. Unsere Rohstoffe beziehen wir von sozial und ökologisch denkenden Betrieben.Wir machen Schluss mit seelenloser Fließbandarbeit, Verpackungswahn und sozialer Ausgrenzung. Unsere Produkte werden in Handarbeit geröstet, weiterverarbeitet und in nachhaltigen Glas-Verpackungen verkauft. Wir arbeiten so plastikfrei wie möglich, um unsere Welt so wenig wie möglich mit Einwegverpackungen zu belasten. Am wichtigsten jedoch: wir schaffen nachhaltige Perspektiven für Menschen, die noch nie zuvor am Arbeitsleben teilgenommen haben. Der Kern von HEYHO! ist immer: Perspektiven schaffen, und zwar so viele wie möglich!

LI Food: Wie fühlen Sie sich in der Food Community aufgehoben? Was würden Sie sich von einem Netzwerk, wie der LI Food bzw. der Branche an Unterstützungsangeboten wünschen?

Schmidt: Mit unserem radikal sozialen Ansatz wollen wir zu einer menschen- und umweltgerechten Transformation der Lebensmittelindustrie beitragen. Weg von Ausbeutung von Menschen und Rohstofflieferanten hin zu gelebter Wertschätzung für Mensch und Natur. Wir freuen uns immer über Austausch zu Unternehmungen, die sich gemeinsam mit uns auf den Weg machen wollen, den Status Quo unserer Lebensmittelwirtschaft zu hinterfragen um gemeinsam die Dinge zum Guten zu verändern. Gemeinsam schafft man eben mehr als alleine.