Northern Biltong

Auf meinen Reisen in Südafrika habe ich das erste Mal Biltong probiert. Zurück in Deutschland fiel mir auf, dass Biltong hier fast völlig unbekannt ist und es nur wenige Anbieter gibt. Zusammen mit einem Freund, der Fleischermeister ist, habe ich mich dann zunächst für den „Eigenbedarf“ an die Fertigung gewagt. Wir wollten authentisches Biltong herstellen, das nicht importiert werden muss. Es schmeckte uns so gut, dass es dann Mitte 2020 an die Gründung von Northern Biltong ging. Wir produzieren unser Biltong in einer kleinen Fleischerei in Bakum und verwenden dafür nur Fleisch von norddeutschen Bauernhöfen sowie natürliche Zutaten ohne künstliche Zusätze.


Interview mit Gründer Steffen Göhrs

LI Food: Worin lag Ihre Motivation zu gründen?

Göhrs: Ich bin mit der Selbstständigkeit meiner Eltern aufgewachsen und bemerkte somit schon früh die Vor- und Nachteile des Unternehmertums. Als Angestellter gibt es zwar viele Vorteile, doch fehlte es mir oft an Wertschätzung, Flexibilität und Möglichkeiten, eigene Ideen umzusetzen. So ging ich schließlich die Herausforderung an und gründete mein eigenes Unternehmen. Da ich in Biltong großes Potential in Deutschland sehe, entschloss ich mich, ein eigenes Unternehmen in diesem Bereich aufzubauen. 

LI Food: Wie setzen Sie Nachhaltigkeit in Ihrem Unternehmen um?

Göhrs: Nachhaltigkeit ist für mich ein wichtiges Thema. Aus diesem Grund haben wir in sehr sparsame Trockenschränke investiert. Der lange Trocknungsprozess gestaltet sich dadurch so energieeffizient wie möglich. Ein weiterer Punkt ist aktuell auch die Umstellung der Standbodenbeutel von sog. Kraftpapier-Beuteln auf recylebare PE Beutel. Leider ist es bei der Verpackung des Trockenfleisches nicht möglich, komplett auf Plastik zu verzichten. Des Weiteren werden wir demnächst nur noch Gewürze in BIO-Qualität verwenden.

LI Food: Wie fühlen Sie sich in der Food Community aufgehoben? Was würden Sie sich von einem Netzwerk, wie der LI Food bzw. der Branche an Unterstützungsangeboten wünschen?

Göhrs: Bisher habe ich mit anderen Lebensmittelunternehmern in der Umgebung nur positive Erfahrungen gemacht, Zuspruch und Unterstützung erfahren. Gegenseitige Werbung und Nennungen in Sozialen Medien sowie gemeinsame Aktionen würden wahrscheinlich für alle Beteiligten einen guten Vorteil bringen.