Digitalisierung

Die niedersächsische Ernährungswirtschaft produziert hochwertige Lebensmittel und ist in der Lage diese kontinuierlich zu verbessern. Mit der Bündelung des Know How aus der Lebensmittel- und der IT-Branche im Netzwerk sollen neue Technologien wie z.B. Blockchain oder Big Data für mehr Transparenz in der Lebensmittelproduktion sorgen. Im Bereich der Lebensmittelsicherheit kann der Einsatz digitaler Technologien mehr Sicherheit durch eine bessere Rückverfolgbarkeit innerhalb der Wertschöpfungskette gewährleisten. Hieran möchte die LI Food gemeinsam mit den Unternehmen der Branche arbeiten und praxistaugliche Lösungen entwickeln.


Unsere Schwerpunktthemen:

Industrie 4.0

Nachdem die weltweiten Produktionshallen im Zuge vorangegangener industrieller Revolutionen mechanisiert und elektrifiziert wurden sowie mit Informations- und Kommunikationstechnologie ausgestattet wurden, steht die Wirtschaft nun an der Schwelle einer weiteren fundamentalen Transformation: der vierten industriellen Revolution. Durch die immer stärkere Weiterentwicklung von Informationssystemen und dem Einzug des Internets in die Produktion wurde die Möglichkeit geschaffen, Prozesse, Daten, Produktionsanlagen sowie Zwischen-/Endprodukte zu digitalisieren und über Produktionsstandorte hinweg global zu vernetzen. Um die enormen Potentiale, die sich aus einer weltweit vernetzten digitalen Produktion ergeben, nutzen zu können, gilt es, die real existierende Welt – bestehend aus Produkten, Produktionsanlagen und Mitarbeitern – mit der virtuellen Welt zusammenzubringen, um so ein Internet der Dinge zu schaffen. Die Landesinitiative Ernährungswirtschaft trägt dazu bei, dass auch die niedersächsische Lebensmittelindustrie für diese neue Form der Industrialisierung gewappnet ist und aktiv an ihr teilnimmt.

Blockchain

Heutige Anwendungen der Blockchain-Technologie gehen über die anfängliche Idee einer digitalen Währung (Stichwort Bitcoin) bereits hinaus. Die Blockchain dringt mittlerweile vermehrt in die physischen Materialflüsse der weltweiten Wertschöpfungsnetzwerke produzierender Unternehmen ein. Unter anderem versprechen sich Lebensmittelunternehmen als Antwort auf weltweit bekanntgewordene Lebensmittelskandale eine Erhöhung der Lebensmittelsicherheit durch den Einsatz der Blockchain. So hat Walmart beispielsweise in Zusammenarbeit mit IBM eine Blockchain-Lösung für Mangos geschaffen, die in der Lage ist, die Nachverfolgung der Mango-Herkunft von sieben Tagen auf 2,2 Sekunden zu verkürzen und die außerdem für mehr Transparenz in der Lebensmittelversorgungskette von Walmart gesorgt hat. Die Verbesserung der Rückverfolgbarkeit und die Erhöhung der Transparenz der Lieferkette sowie außerdem Kosteneinsparungen werden von Unternehmen als Hauptgründe für eine Investition in die Blockchain angeführt. Die Landesinitiative Ernährungswirtschaft möchte niedersächsischen Unternehmen helfen, diese Potentiale auszuschöpfen, indem sie intern Blockchain-Expertise aufbauen und konkrete Projekte zu Blockchain-Anwendungen, die Lebensmittelprodukte involvieren, anstoßen.

Smart Factory

Aus den Bestrebungen, die im Rahmen der Umsetzung der vierten industriellen Revolution unternommen werden, folgt am Ende als Ergebnis die Smart Factory. Die Smart Factory beschreibt eine durchweg digitalisierte Produktionsumgebung, die über ein dynamisches Informations- und Kommunikationsnetz mit allen übrigen Produktionsstandorten des Wertschöpfungsnetzwerk logisch vernetzt ist. In einer Smart Factory ist zu jedem Zeitpunkt ersichtlich, an welcher Stelle im Produktionsablauf sich welche Art von Zwischen- und Endprodukt in welchem Bearbeitungszustand befindet. Im idealen Fall ist eine Smart Factory imstande, selbst kundenindividuelle Einzelstückaufträge mit automatisierten Standards ohne den Eingriff des Menschen bearbeiten zu können. In Kooperation mit der niedersächsischen Lebensmittelindustrie verfolgt die Landesinitiative Ernährungswirtschaft durch die Konzeption und den geplanten Aufbau einer eigenen Modellfabrik, dass unternehmerisches Fachpersonal die cyber-physischen Systeme einer Smart Factory in einem realitätsnahen Produktionsumfeld kennenlernen kann und zur Experimentierfreudigkeit mit neuen Technologien angeleitet wird.

Additive Fertigung 

Auf Basis von 3D-Modellen wird das Lebensmittelprodukt Schicht für Schicht gedruckt. Mittels des 3D-Lebensmitteldrucks können entweder traditionelle Lebensmittel repliziert werden oder neuartige Lebensmittel produziert werden. Die wesentlichen Motive, die für den Einsatz additiver Fertigung sprechen, sind das Drucken komplexer geometrischer Formen, die Produktion nach exaktem Bedarf sowie Customization, also die Anpassung von Lebensmittelprodukten an individuelle Kundenwünsche. Datengesteuerte Rezepte können eine individuelle Geschmacks- und Nährstoffauswahl ermöglichen. Der 3D-Lebensmitteldruck eröffnet neue Möglichkeiten im Design von Lebensmitteln und hat das Potential für den Einsatz in Privathaushalten, der Gastronomie und der industriellen Lebensmittelproduktion.

Dezentralisierung

In Deutschland stellt der stationäre Einzelhandel bisher noch den hauptsächlichen Verkaufspunkt für Lebensmittel dar. Dabei haben dezentrale Lebensmittelversorgungsysteme durchaus ihre Vorteile. Wird der Interaktionspunkt mit dem Endkunden vom klassischen Supermarkt zu den eigentlichen Produktionsstätten und -höfen verlagert, so können unnötige LKW-Transporte zu den Supermärkten und damit einhergehende Umweltbelastungen gemindert werden. Eine dezentrale Distributionsstruktur bietet außerdem den Vorteil, dass etliche riesige Bauflächen, die sonst für Supermärkte vorgehalten werden, anderweitig genutzt werden können. Dezentrale Lebensmittelversorgungsysteme können weiterhin dazu beitragen, dass das Angebot an Lebensmittelprodukten stärker auf individuelle Kundenwünsche angepasst werden kann. Um dezentrale Lebensmittelversorgungsysteme zu ermöglichen bedarf es moderner Konzepte und Methoden. Online-Dienste müssen beispielweise die entsprechenden Plattformen schaffen, über die Kunden und Anbieter zusammengeführt werden. Entwicklungen in Bereichen wie dem Vertical Farming oder dem 3D-Druck können ebenfalls bei der Umsetzung der Dezentralisierung der Lebensmittelversorgung unterstützen.


Mit folgender Institution arbeiten wir in diesen Themen zusammen: