Einladung zur 1. Veranstaltung der neuen trafo:agrar-Reihe "kurz & knackig": Noch ein Label? Klimalabel!

 

Datum: 14.01.2021

Einloggen: ab 10:45 Uhr

"kurz & knackig": 11:00 Uhr - 12:00 Uhr

Anmeldung über folgenden Link: https://www.uni-vechta.de/index.php?id=12422

Etwa ein Fünftel der Klimabelastung eines Bürgers in Deutschland wird durch Lebensmittel verursacht (WBAE & WBW 2016). Verbraucher*innen haben jedoch kaum eine Vorstellung davon, welche Lebensmittel besonders klimaschädlich sind. Plastikverpackungen oder die Bedeutung der Transportentfernung wird oftmals die höchste Klimarelevanz zugesprochen (Bilstein 2019, Jürkenbeck et al. 2019). Viele Konsument*innen haben zwar schon mal von den hohen Treibhausgasemissionen bei Fleisch gehört, aber nur wenige wissen, dass Käse auch nicht viel besser abschneidet als Fleisch.

Eine realistische Einschätzung der Klimawirkung einzelner Lebensmittel ist für Konsumenten*innen jedoch kaum möglich. Ein Klimalabel könnte die Transparenz für klimabewusste Verbraucher*innen erhöhen und auch in der Lebensmittelwirtschaft für mehr Aufmerksamkeit in Bezug auf den Klimaschutz sorgen. International agierende Großunternehmen machen es vor und werden in Richtung CO2-Kennzeichnung aktiv. Zuletzt hat Unilever, einer der größten Konsumgüterproduzenten weltweit, angekündigt, sämtliche Produkte mit einem Klimalabel kennzeichnen zu wollen (Rathi 2020). 

Prof. Dr. Achim Spiller von der Universität Göttingen stellt in seinem Vortrag ein Konzept für ein verpflichtendes, staatliches, zunächst im Wesentlichen auf Durchschnittswerten basierendes, mehrstufiges, interpretatives Klimalabel vor. In der vorgeschlagenen Form ist das Klimalabel ein relativ preisgünstiges Instrument der Klimapolitik, das über die direkte Wirkung auf den Konsum hinaus zur Versachlichung der Diskussion beitragen könnte. Erfahrungen mit Food-Labelling zeigen allerdings auch, dass die Entwicklung von Labeln anfällig für Lobbyprozesse ist. Beim Klimalabel liegen die Fallstricke in Endlosdisputen über die Form und das Design des Labels, Normierungsprobleme bei der Berechnungsweise, die Bezugsbasis der Berechnung (Kilogramm vs. Kalorien vs. Nährstoffe; absolute vs. relative Betrachtung) und insbesondere auch über Verpflichtung vs. Freiwilligkeit.

In einer an den Vortrag anschließenden Diskussion wollen wir gemeinsam mit Ihnen Vor- und Nachteile, Praktikabilität sowie Ansatzpunkte für eine Einführung eines Klimalabels besprechen. Fragen, Anregungen und Statements sind bereits im Vorfeld an forum[at]trafo-agrar[dot]de für die Diskussion herzlich willkommen.

Das Programm zum Download finden Sie hier

Quelle: Koordinierungsstelle Transformationsforschung agrar

 

Quelle: Koordinierungsstelle Transformationsforschung agrar
Veröffentlicht am: Mi | 09 Dez, 2020