Regierung erarbeitet Landesstrategie Biologisierung – Bioökonomie hat hohes Innovationspotential

 

Die Landesregierung hat am (heutigen) Dienstag die Ministerien für Wirtschaft (MW), Umwelt (MU), Landwirtschaft (ML) und Wissenschaft (MWK) beauftragt, eine gemeinsame Landesstrategie Biologisierung zu erarbeiten, in deren Mittelpunkt ein ressortübergreifendes Maßnahmenpaket steht. Die Biologisierung führt zu einem Wandel unserer Volkswirtschaft hin zur Bioökonomie, einer auf erneuerbaren und biologischen Ressourcen beruhenden rohstoffeffizienten und kreislauforientierten Wirtschaftsform. Die Landesstrategie soll den Weg Niedersachsens dahin beschreiben und die Vernetzung der Akteure weiter fördern.

Ausgangspunkt sind die Stärken Niedersachsens auf den Gebieten „Agrar- und Ernährungswirtschaft“, „Neue Medikamente und Therapien“ sowie „Neue Produkte und Prozesse“. In einem ersten Schritt erfolgt die differenzierte Analyse der niedersachsenspezifischen Stärken und Bedarfe, um auf dieser Basis passende Handlungsempfehlungen zu erarbeiten. Dabei sind die vielfältigen bereits laufenden Aktivitäten der Landesregierung sowie verschiedener Akteure in Wissenschaft und Wirtschaft sowie in Netzwerken zu berücksichtigen und noch besser miteinander zu verzahnen. An diesem Prozess werden Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft aktiv beteiligt. Die Landesstrategie soll 2021 verabschiedet werden. Spätestens dann sollen alle Aktivitäten des Landes auf dem Gebiet der Biologisierung durch eine gemeinsame Marketingstrategie unterstützt werden.

Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann: „Der Wandel ist bereits in vollem Gange. Nahezu alle Wirtschaftsbereiche werden sich durch die Biologisierung verändern. Darin steckt ein hohes Innovationspotential, das wir nutzen können, um unseren Wohlstand zu sichern. Deshalb werden wir die Biotechnologie als Innovationsmotor unterstützen.“

Niedersachsen will seine Position als Innovationsstandort mit angewandter Forschung zum Beispiel in den Lebenswissenschaften und in der Biotechnologie weiter ausbauen.

Wissenschaftsminister Björn Thümler: „Um diese Herausforderungen zu bewältigen, bedarf es neben gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Anstrengungen intensiver Bemühungen im Bereich Forschung und Innovation. Aktuelle Entwicklungen in den Biowissenschaften, insbesondere an den Schnittstellen zu den Naturwissenschaften, in Kombination mit den Umbrüchen, die durch die Digitalisierung hervorgerufen werden, erlauben hier vollkommen neue Perspektiven für Produkte und Dienstleistungen, die zu einem tiefgreifenden Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft führen können.“

Umwelt- und Naturschutzminister Olaf Lies: „Lassen wir uns doch inspirieren von dem, was die Natur in Millionen von Jahren ausprobiert und verbessert hat. Die Biologie wird, ähnlich wie die Digitalisierung, Einzug halten in viele Prozesse der Zukunft. Umweltfreundlichere neue Materialien, Produkte und Produktionsmethoden werden hieraus entstehen. Das Ziel muss eine nachhaltigere Wertschöpfung sein – auch mit Hilfe nachwachsender Rohstoffe. Zum Vorteil von Mensch, Natur und Umwelt.“

Landwirtschafts- und Forstministerin Barbara Otte-Kinast: „Unsere Land- und Forstwirtschaft hat bei der Transformation der Wirtschaft und Gesellschaft zu einer nachhaltigen Bioökonomie eine zentrale und unverzichtbare Rolle. Sie stellt auf der Basis nachwachsender Rohstoffe nicht nur Ausgangsstoffe, sondern auch Grundchemikalien bereit. Nur im gemeinsamen Dialog werden wir eine nachhaltige Zukunft erfolgreich gestalten. Daher arbeite und werbe ich intensiv für einen Gesellschaftsvertrag zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft. Die Landesstrategie Biologisierung bietet dazu im Bereich der Bioökonomie eine anwendungsbezogene Plattform.“

Partner der Landesregierung bei der Strategieentwicklung ist das Innovationszentrum Niedersachen (IZ). Seit 2019 koordiniert eine Themenmanagerin die Zusammenarbeit der verschiedenen Netzwerke auf dem Themenfeld Biologisierung, wie BioRegioN, Europäische Innovationspartnerschaft (EIP) Agri, Landesinitiative Ernährungswirtschaft (LI Food), 3N Kompetenzzentrum Niedersachsen / Netzwerk Nachwachsende Rohstoffe und Bioökonomie e.V., Startup.Niedersachsen sowie SeedHouse.

 

Quelle: Niedersächsische Landesregierung
Veröffentlicht am: Mo | 24 Aug, 2020